Meine Damen und Herren,
der Titel meines Vortrags heißt "Auf dem Weg zur Breitband-Normalität?" und wirft sogleich zwei schicksalsschwere Definitionsfragen auf. Die erste lautet: Was ist eigentlich Breitband? Und die zweite: Was ist eigentlich Normalität?
Nun hat das Thema aber auch zwei Dimensionen:
- die der normalen Breitbandnutzung durch jedermann
- und die des spezifischen Breitbandeinsatzes in kleinen und mittelständischen Unternehmen.
Das Gesamtbild erschließt sich erst, wenn wir beides betrachten.
Denn zum einen werden auch Sie hier im Saal bald intensive Breitbandnutzer sein und davon umfassend profitieren - unter Aufhebung der klassischen Trennung "Büro, Heim und unterwegs". Und da Sie zum anderen dabei nicht allein bleiben, wird Breitband eben nicht nur unternehmensinterne Prozesse verändern, sondern auch Ihre Geschäftsbeziehungen mit Endkunden, Lieferanten, Dienstleistern und Partnern Ihrer Wertschöpfungskette.
DSL steht übrigens für "Digital Subscriber Line", auf deutsch also etwa "Digitale Abonnenten-Leitung", und meint nichts anderes, als dass wir die gute alte Kupfer-Doppelader, vulgo Telefonleitung, für den beschleunigten Zugang zum Internet nutzen.
Damals also, als ich vom analogen Modem auf DSL umstieg, bemerkte ich anfänglich nur ein paar äußerliche Veränderungen. Das in jahrelangen Verbindungsaufbauversuchen lieb gewonnene Geräusch ungeordnet kommunizierender und stimmbruchartig Laut gebender Trillerpfeifen blieb einfach aus. Und auch die aufeinander folgenden Mitteilungen,
die Einwahlnummer werde gleich angewählt, ...
die Gegenstelle habe inzwischen geantwortet, ...
der Benutzername und das Passwort würden sogleich überprüft ...
und die Verbindung sei nunmehr schlussendlich wider Erwarten hergestellt,
waren einfach weg. Ich war enttäuscht - und fasziniert zugleich.
Der zweite Eindruck war, dass alles viel schneller ging als bisher. Wahllos rief ich alle Internet-Adressen auf, die noch in meinem Gedächtnis haften geblieben waren, und hatte meine Festplatte nach drei Minuten so vollgeschaufelt, dass diese einen noch nie gehörten Seufzer tat: Begeistert lud ich eine Testversion des größten und nutzlosesten Programmpakets herunter, das zu diesem Zeitpunkt im Internet aufzufinden war, gefolgt von experimenteller afrikanischer Volksmusik und einem Spiel, bei dem ein Pinguin den Fußboden küsst.
Ich drehte meinen linken Arm um 90 Grad und schaute auf die Uhr. Doch schlagartig wurde mir klar, dass es ab jetzt völlig sinnlos war, wegen der Internet-Verbindung auf die Uhr zu schauen. Zum einen zeigten viele Web-Seiten ohnehin herein- und herumfliegende Uhren an, denn die Uhrzeit war das einzige, was sich auf jenen Seiten - gelegentlich - änderte; zum anderen stand ja gar keine drohende Telekom mehr in meinem Rücken, die für jeden Blick in die Ferne der Welt nach dem Prinzip der Peep-Show minutenweise Münzen nahm.
Langsam fing ich an, mich eher Alltäglichem zuzuwenden. Ich stellte fest, dass ich den neuen Song meiner Lieblingsgruppe auch bekommen konnte, ohne in die Stadt fahren zu müssen, fragen Sie mich nicht, ob das damals schon legal war (war es nicht), erkannte rasch, das ich mir den Urlaubsprospekt nicht mehr mit der Post zuschicken lassen musste und entdeckte, dass ich eine Konzertkarte auch ohne Anstehen an der Vorverkaufskasse erwerben konnte und schon nach Sekunden in Händen hielt.
Da verstand ich, was Breitband ist:
- die Übertragung von Inhalten und Daten sowie die Vermittlung von Dienstleistungen
- unter Wegfall von Einwahlhindernissen, Umfangbegrenzungen, Zeitdruck und Wartezeiten.
Ach ja, wir sollten es einfacher ausdrücken. Sagen wir doch besser: Breitband heißt: "schnell, immer und sofort".
Ich stelle mir diese Frage vor allem immer dann, wenn ich im Fernsehen manche Werbespots sehe, in denen für Breitbandanwendungen geworben wird.
Stefan Raab scherzend und grüßend auf dem Handy, Reporter und Spieler, die die Tore des soeben beendeten Fußballmatchs auf dem Breitbild-Laptop in der mit Wireless LAN vernetzten Flughafen-Lounge bewundern, der TV-Promi, der im Garten der strandnahen Zweitvilla Champagner-schlürfend zwischen wedelnden Palmen eine Videokonferenz führt - wenn das das Breitband-Wachstum ankurbeln soll, wundert mich nicht, dass Deutschland im Vergleich mit Japan und Korea nur ein Breitbandzwerg ist.
Erfreulicherweise verraten uns die Akteure in diesen Spots auch gleich, wo sie eigentlich leben. "Ich leb online", kommt da nämlich am Schluss. Ach so, dann ist es ja gut und betrifft uns nicht.
Nein, es sind eben nicht seltene, luxuriöse oder allenfalls anfänglich oder höchst gelegentlich Interesse auslösende Angebote, die die drei Breitband-Eigenschaften "schnell, immer und sofort" am besten repräsentieren. Denn in Wirklichkeit öffnet Breitband das Tor zu einem riesigen Bündel höchst nützlicher Optionen, die uns helfen, unser Leben zu führen.
Nehmen wir mal das Beispiel "Verreisen". Ich kann, ob vom Büro-PC oder von unterwegs, günstige Flugangebote finden, preiswerte Last-Minute-Angebote nutzen, Hotels mit Rabatten buchen und die besten Preise für Bahnreisen ermitteln. Ich kann eine Reise oder einen Ausflug optimal planen, vorher Hotelbewertungen und Restaurantkritiken lesen und dabei in Foren von den Erfahrungen anderer profitieren. Ich kann einen Flug verlässlich buchen, eine Bahnfahrkarte selbst ausdrucken, online Platzreservierungen vornehmen, günstige Leihwagenangebote finden sowie Reiseversicherungen vergleichen und abschließen. Ich kann minutenaktuelle Nahverkehrsdaten bekommen sowie U-Bahn-Fahrpläne und Flugverspätungen abfragen. Ich kann eine PKW-Route berechnen lassen, aktuell zu umgehende Staus in die Routenplanung einbeziehen und jede Menge Stadtpläne und Landkarten herunterladen. Ich kann nützliche Informationen über das Reiseziel erhalten, Reportagen und Dokumentationen über Orte und Sehenswürdigkeiten anschauen, vorab schon mal virtuell durch Museen und Gebäude gehen, Grundvokabeln der fremden Landessprache lernen, Gesundheits- und Sicherheitshinweise zu anderen Ländern lesen, Informationen über Preise, Trinkgelder und Steuern bekommen sowie Ruhetage und Öffnungszeiten abfragen. Und nicht zuletzt Reisekostenabrechungen einfach erledigen. Und zwar schnell, immer und sofort.
Ahnen Sie bereits, wie viel Telefonate, Rückfragen, vertane Zeit, überflüssige Kosten und Enttäuschungen sich damit ersparen lassen? Und wie viele Möglichkeiten sich damit erschließen, Pläne und Aktivitäten zu optimieren und sich auf das Nützliche zu konzentrieren?
Um jedes Missverständnis auszuräumen, der Redner schildert soeben nicht etwa visionäre Phantasien, nein, tut er nicht, denn das alles gibt es bereits jetzt. Und ich könnte Ihnen noch hunderte anderer Optionenbündel aufzählen, zum Beispiel aus den Bereichen Lernen, Arbeiten, Hobbys, einkaufen und kommunizieren. Meinen ganzen Vortrag könnte ich mit Beispielen dieser Art füllen.
Sie werden einwenden: Das sind aber nicht die Vorteile von Breitband - das sind die Vorteile des Internets. Richtig, aber der Breitband-Zugang zum Internet erschließt sie in der Summe. Erst durch Breitband werden sie mit Hilfe der Eigenschaften "schnell, immer und sofort" so praktikabel und nutzbar, dass die beschriebenen Effekte auch tatsächlich eintreten.
Das "Verdienst" von Breitband liegt daher auch nicht in den drei genannten Attributen, denn Breitband ist ja kein Selbstzweck, sondern in der Tatsache, das Breitband ermöglicht,
- jenes ungeahnt vielseitige Optionenbündel
- im normalen beruflichen und privaten Alltag
- mit Selbstverständlichkeit und zunehmender Virtuosität zu nutzen.
Die Dimension von Breitband verstehen, die Bedeutung von Breitband ermessen, die Zukunft von Breitband einschätzen, kann man nur, wenn man vom realen Leben ausgeht, von Normalität eben, und nicht von Technologie. Wenn eine neue Technologie Aussicht auf Erfolg haben soll, muss sie Unbequemlichkeit in Bequemlichkeit verwandeln. Breitband macht genau das. Deswegen gibt es am Erfolg von Breitband keinen Zweifel.
Für Breitband-Nutzer ist Breitband nicht wegzudenkende Normalität.
Und Breitband-Nutzer verlagern, das zeigen alle Zahlen, viele Aktivitäten auf das Internet. Sie senden ihre Fotos digital zum Entwickeln, sie kaufen Software und Musik zunehmend übers Netz, sie bestellen oder ersteigern Waren immer mehr online. Ja, sie gehen sogar so weit, die Geschäfte, bei denen sie kaufen, oder die Unternehmen, deren Dienstleistungen sie in Anspruch nehmen wollen, erst einmal online zu identifizieren und dabei natürlich auch Preise und Service zu vergleichen.
Davon profitieren Unternehmen in Breitbandländern in hohem Maße. Dort wird bereits viel mehr Umsatz über das Netz gemacht als hier bei uns in Deutschland. Und das kommt insbesondere kleinen und mittelständischen Firmen zugute, die Nischen besetzen können, auch ohne große Vertriebsapparate beachtliche Umsätze erzielen und Kunden weit über ihr geographisches Einzugsgebiet erschließen können.
Nun, einen Grund habe ich schon genannt. Immer noch bewerben Netzbetreiber Breitband-Netze mit Anwendungen, die mit dem Alltag nur wenig zu tun haben, dafür aber hohe Bandbreiten verschlingen.
Ich weiß, dass viele Netzbetreiber da in einer Zwickmühle sind, weil sie gleichzeitig ISDN-Anschlüsse vermarkten wollen und ein Argument für ISDN-Anschlüsse ja immerhin ist, dass sie die Geschwindigkeit der Netznutzung schon um einiges steigern und eigentlich keine Wünsche offen lassen sollten. Was sie aber natürlich doch tun, denn ISDN ist eben nicht Breitband und daher auch nicht "schnell, immer und sofort".
Ein zweiter Grund ist der, dass hierzulande das TV-Kabel, das immerhin 56 Prozent der Haushalte erreicht, kaum zur Breitband-Penetration beiträgt.
In vielen anderen Ländern ist es selbstverständlich, dass Kabelgesellschaften auch breitbandigen Internet-Zugang anbieten. Und sie wenden sich dabei durchaus nicht nur an Privatkunden. Denn Punkt-zu-Punkt-fähige Kabelnetze sind eigentlich nur am Abend richtig ausgelastet, während viele Kapazitäten tagsüber brach liegen. Also offerieren die meisten Kabelnetzbetreiber Europas den mittelständischen Unternehmen maßgeschneiderte und preislich attraktive Breitband-Anbindungen.
Nun tun sich die Kabelnetzbetreiber in Deutschland aber schwer damit, auf breiter Basis Offensiven für Internetzugang übers Kabel zu starten. Zuweilen hört man, dafür sei es jetzt zu spät; DSL habe bereits eine zu starke Marktposition. Deutschland sei zwar fernsehmäßig ein Kabelland, internetmäßig aber ein DSL-Land.
In der Tat ist das zurzeit so, aber das muss nicht so bleiben. Schauen wir uns mal die Länder an, in denen wir eine hohe Breitbandpenetration haben. Das sind interessanterweise die, in denen sowohl das Kabel wie auch DSL stark sind. Hingegen ist die Breitband-Durchdringung geringer, wenn eines der Netze eine dominante Position hatte. Kabel und DSL haben sich also gegenseitig befruchtet - zum Nutzen der Anwender und Kunden.
Allerdings gibt es in Deutschland, mit Ausnahme von ewt und Bosch, die kürzlich fusioniert haben, kaum noch einen großen Kabelnetzbetreiber, der nicht von ausländischen Finanzinvestoren kontrolliert wird. Die Betonung liegt dabei nicht auf "ausländisch" - in Zeiten der Globalisierung ist das nahezu normal - wohl aber auf "Finanzinvestor". Denn Finanzinvestoren haben die Eigenschaft, Geldausgaben, die sich erst langfristig rentieren, zu scheuen, weil sie kurzfristig Renditen und Wertsteigerungen erwarten und demnächst wieder gewinnbringend aussteigen wollen. Hinzu kommt ist die komplizierte Kabelstruktur in Deutschland, die es nirgendwo anders auf der Welt gibt und die dazu führt, dass unendlich viele Unternehmen, von der Wohnungswirtschaft über lokale bis hin zu unseren überregionalen Kabelnetzbetreibern, effektiv zusammenarbeiten müssen, und zwar sowohl wirtschaftlich wie auch technisch.
Soweit Sie Verantwortung für die Zukunft eines mittelständischen Unternehmens tragen, ist dies nahezu zwingend. Davon profitieren Sie vom ersten Moment an. Denn viele Möglichkeiten, die ich Ihnen bereits für den eher privaten Breitband-Nutzer geschildert habe, jene intensive und zunehmend virtuose Nutzung der Optionenbündel, werden
- Ihre Arbeitsabläufe vereinfachen
- Ihre Kosten senken
- Ihr Fach- und Branchenwissen vergrößern,
- die Konkurrenzbeobachtung vereinfachen,
- den Dialog mit Ihren Kunden und die Kundenbindung verbessern,
- die Markteinschätzung erleichtern
- und Ihnen neue Produkt- und Vermarktungsideen bringen.
Und ich rede dabei noch gar nicht über mittelstands- oder firmenspezifische Anwendungen, wie wir sie heute im Laufe dieser Veranstaltung noch sehen werden.
Nun gibt es immer noch weit verbreitete Sicherheitsbedenken. In der Tat: Wenn man manche Meldungen liest, kann einem angst und bange werden. Viren, Trojaner, Dialer, Spam-Mails und Sicherheitslücken beim Zahlungsverkehr sind nur einige der zahlreichen Stichworte, die man immer wieder hört und liest.
Vielleicht sollte ich wieder mal von mir erzählen: Nichts von all dem ist mir in den vergangenen vier Jahren passiert. Erstens, weil Breitbandanbindungen das Dialer-Problem erledigen. Wenn Ihr Rechner nicht mehr ans Sprach-Telefonnetz angeschlossen ist, können Sie sich auch keinen Dialer einfangen. Zweitens, weil schon ein normales und aktuelles Windows-System Einzelplatzrechner in Kombination mit einer Anti-Viren-Software ausreichend vor Viren und schädlichen Programmen schützt. Drittens, weil Verschlüsselungstechnologien etwa zur Kreditkartendatenübertragung oder zum Internet-Banking heute hinreichend sicher sind. Viertens, weil ein guter E-Mail-Anbieter über funktionierende Spam-Schutzmechanismen verfügt, die Sie noch individuell erweitern können. Und fünftens weil neu aufkommende Tricks, wie etwa das Ausspionieren von Zugangsdaten, das so genannte "Phishing", rasch aufgedeckt und in der Regeln schnell kommuniziert werden.
Im Übrigen sind alle diese Risiken nicht breitbandspezifisch.
Wohlgemerkt: Ab dem Moment, wo Sie Breitband einsetzen, um Geschäftsabläufe in ihrem Unternehmen zu optimieren, treten weitere Sicherheitsmechanismen hinzu. Beispielsweise kann man geschlossene Netze schaffen, die keine Verbindung mehr mit dem Internet haben und damit Risiken vollends ausschließen. Auch sind in solchen Fällen besondere Schutzmaßnahmen gegen gezielte Ausspähungs- oder Blockade-Angriffe von außen möglich, bei denen Standard-Werkzeuge versagen würden. Diese Lösungen gibt es alle - und viele Breitband-Dienstleister setzen sie ein.
Unabhängig davon sind natürlich alle Bemühungen zu begrüßen, die die EU, die Wirtschaftsministerien der Mitgliedsstaaten und die Industrie und ihre Verbände unternehmen, um Sicherheits- und Verschlüsselungsstandards zu verbessern und eine Reihe der potentiellen Probleme bereits im Keim zu ersticken.
Um Sie auch hinsichtlich der Kosten für Breitband-Anbindungen zu beruhigen: Der Wettbewerb ist inzwischen so groß, dass Sie Breitbandanschlüsse zu geringen Preisen erhalten. Diese laufenden Kosten werden durch den Nutzen bei weitem übertroffen. Und diese Kosten sind auch kalkulierbar, weil Sie in aller Regel einen festen Preis bezahlen, ohne dass die Dauer der Nutzung oder die Datenmenge noch eine Rolle spielen.
Oft wird argumentiert, Breitband schaffe nun kostengünstige weltumspannende Netzwerke und öffne den Weg zu neuen breitbandspezifischen Geschäftsmodellen. Klar mag es für den ein oder anderen interessant sein, Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern oder Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten zu lassen und Breitbandnetze dafür einzusetzen, sie trotzdem nahtlos an das heimische Unternehmen anzubinden. Aber das ist den meisten Fällen gar nicht Ihr Ziel. Und natürlich mag für das ein oder andere Unternehmen tatsächlich in Frage kommen, rund um Breitband ganz neue Dienstleistungen zu entwerfen, die bisher nicht zum Kernbereich des Geschäfts gehörten. Aber selbst Großunternehmen denken in der Regel nicht so, jedenfalls inzwischen nicht mehr: Ich habe neulich die Euroforum-Konferenz "Strategisches IT-Management" geleitet und die IT-Chefs großer Konzerne gefragt, ob neue Technologien in ihrem Haus eigentlich der Anlass waren für neue Geschäftsfelder. Die Antwort war zumeist ein klares Nein. Hingegen waren alle Referenten und Teilnehmer zutiefst davon überzeugt, dass Breitbandnetze ihre bestehenden Geschäftsprozesse mit enormer Wirkung vereinfacht, rationalisiert und auch bedeutend effektiver gemacht hätten.
Deswegen sollten Sie sich eher Fragen stellen wie diese:
Erstens: Wo findet in Ihrem Unternehmen bereits jetzt elektronischer Datenaustausch statt, der aber mühsam, langsam oder kostenträchtig ist? Man kann ihn, beispielsweise mit Hilfe von DSL, optimieren, um Engpässe zu vermeiden, Zeitaufwand zu reduzieren und auch die Köpfe der Mitarbeiter frei zu bekommen für das eigentliche Geschäft.
Zweitens: Wo finden noch körperliche Übermittlungen von Daten statt, etwa per Kurier, Bote, Brief oder Fax, die unnötige Kosten verursachen, Abläufe behindern, Chancen ungenutzt lassen oder die Kraft und die Nerven von Mitarbeitern, Kunden oder Auftraggebern unnötig beanspruchen? Breitband schafft hier sofort Abhilfe.
Drittens: Wollen Sie erreichen, dass notwendige Daten, sei es über Lagerbestände, Kunden, Zulieferungen oder Zahlungsstände, jederzeit, zum Beispiel auch Außendienstmitarbeitern, Dienstreisenden, Filialen, Vertriebspartnern, Kunden und Zulieferern zur Verfügung stehen? Dann setzen Sie am besten Breitband ein.
Und viertens: Möchten Sie Endkunden schneller und besser erreichen, die Kundenbindung erhöhen, ihnen aktuelle Angebote unterbreiten und sicherstellen, dass die Logistik, das Marketing und das Rechnungswesen auch mit all dem Schritt halten? Breitband ist die Lösung dafür.
Deswegen ist es gut, dass wir auch hier bei dieser Veranstaltung von einem ganz bodenständigen Ansatz ausgehen, nämlich vor allem von Prozessoptimierung. Die Beispiele, die Sie im nach meinem Vortrag sehen werden, dürften dies sehr gut illustrieren.
Und Sie haben Glück: Köln ist das Breitband-Schlaraffenland - Ekkehart Gerlach hat es schon erwähnt. Nirgendwo haben Sie mehr Alternativen, mehr Beratung und mehr Service als hier. Auch mein Breitband-Anschluss kommt von einem Kölner Unternehmen, obwohl ich, mutig gestehe ich es, in Düsseldorf lebe.
Deutschland muss ein Breitband-Land werden. Und das Rezept dazu ist nicht allzu schwer.
- Wenn Breitband den Weg ebnet zu höchst nützlichen Optionenbündeln, die unser Alltags- und Geschäftsleben vereinfachen und bequemer machen,
- und wenn Breitband für Breitbandnutzer nicht wegzudenkende Normalität ist, wir aber dennoch im internationalen Vergleich deutlich hinterherhinken,
- insbesondere weil die Kabelnetze nicht Schritt halten und wir allzu oft eine merkwürdige Schwerpunktsetzung beobachten, die an bestehenden Geschäftsprozessen und normalen Alltagsinteressen vorbei geht,
dann wird es uns gelingen, Breitband einen deutlichen Schub nach vorn zu geben,
- mit klaren und einfachen Erklärungen der wahren Breitbandvorteile, in einfacher Sprache, unter Auflösung von Bedenken und Begriffsverwirrungen, gegenüber Privathaushalten und Unternehmen,
- mit wirksamen gemeinsame Initiativen von Wirtschaft und Politik, die nicht an Symptomen arbeiten, sondern sich als stringente Breitbandoffensive darstellen
- dazu gehört auch, alternativen DSL-Anbietern im Verhältnis zur Telekom regulierend zu helfen und die Fortentwicklung des Kabels stärker auf die politische Agenda zu setzen -
- und natürlich auch mit ständigen Maßnahmen zur Ausbildung und Unterrichtung, nicht nur an allgemein bildenden und Berufsschulen, sondern auch im Wege der Fortbildung von Entscheidungsträgern von Unternehmen, der Betreuung durch Verbände und Kammern und übrigens auch einer intensiveren Berichterstattung in unseren Medien.
Der Mittelstand wird davon in hohem Maße profitieren.
- Nicht nur Unternehmen, die zeitkritische Daten in Echtzeit über Netze schicken wollen,
- nicht nur Unternehmen, die sofortige Dienstleistungen über das Netz an Endkunden liefern können,
- nicht nur Unternehmen, die Produkte versenden oder sich damit ihren Kundenkreis erweitern,
- nicht nur Unternehmen, die mit ihren Zulieferern, Händlern oder Dienstleistern eine sekundenaktuelle Datenkommunikation schaffen können,
- nicht nur Unternehmen, die einen Außendienst haben und ihn so anbinden wollen, als wäre er gar nicht außen, sondern im Büro nebenan,
- und nicht nur Unternehmen, wie die, die ihre Erfahrungen mit Breitband-Anwendungen heute schildern werden,
sondern alle Unternehmen, die auf Prozessoptimierung setzen, auf Service, auf Beratung, auf neue Ideen und neue Kundenansprache.
Wenn wir dies erkennen, wenn wir dies zur Grundlage unseres Handelns machen, dann wird Breitband auch hier ziemlich schnell Normalität.
Und dann ist Deutschland auch wieder ein Land der Innovation.
Vielen Dank.