
Aus der Zeitschrift "Risk, Fraud & Compliance": Sein erster Job war vielleicht sein wichtigster: 1980 wurde Werner Lauff, noch während seines Jura- und Journalismus-Studiums, Assistent des medienpolitischen Sprechers der CDU-/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag. Im Fokus stand damals die Einführung des privaten Fernsehens. Später wechselte Lauff zum Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger, zur WAZ Mediengruppe, schließlich zu AOL und Bertelsmann. Heute ist er als Unternehmensberater Experte für die Digitalisierung der elektronischen Medien. Die Zeit im Bundestag führte auch zu Lauffs zweitem Spezialgebiet: Er schrieb Reden für die Politik und hielt immer wieder selbst Vorträge zu Medienthemen. Das Handelsblatt stufte ihn als „begnadeten Redner“ ein. Im Jahr 2001 veröffentlichte er einen Wirtschaftsbestseller zum Thema Reden, was Anfragen nach Seminaren und Einzelcoachings auslöste. Heute ist Lauff neben seiner Tätigkeit im Medienbereich auch Trainer für die Themen „Reden schreiben“ und „Veranstaltungen moderieren“. Lauffs Erfolgsrezept: "Ich vermittele im Grunde nur einfache Tipps und Tricks, die hunderte Male erprobt sind. Und die kann man sich ganz leicht merken." Da er nach wie vor selbst häufig auf der Bühne und am Rednerpult steht, schätzen die Absolventen der School of Governance, Risc and Compliance gerade diese Praxisnähe ganz besonders - und wählten ihn bereits drei Mal zum besten Dozenten ihres MBA-Studiums.
Der Workshop wendet sich an alle, die für sich oder Dritte Rede-Manuskripte entwerfen und schreiben. Werner Lauff lehrt die Kunst, mit dem Dreiklang von Sprache, Technik und Didaktik brillante, mindestens jedoch beeindruckende Reden, Vorträge und Präsentationen zu verfassen. So können Sie Emotionen und Erkenntnisse "programmieren" und Eindrücke vorplanen.
Der Referent führt Sie im Workshop durch ein zweitägiges Programm aufeinander aufbauender Elemente. Am Beginn stehen Überlegungen und Skizzen zur Person des Redners, zu den Zielen der Rede und zu den Gefühlen, die sie produzieren soll. Nach und nach wird in praktischen Übungen "Handwerkszeug" vermittelt: Regeln zur Gliederung, Dramaturgie, Sprache und Diktion der Rede. Am Ende nimmt jeder Workshop-Teilnehmer "seine" individuelle Rede mit nach Hause - und das Wissen, künftig noch eindrucksvollere Reden zu halten oder zu schreiben.
In diesem Workshop lernen Sie am ersten Tag, wie Sie als Moderator die Dramaturgie eines solchen Ereignisses bis ins Detail planen. Referent Werner Lauff zeigt Ihnen, wie Sie Veranstaltungen strukturieren, eröffnen, leiten und schließen, wie Sie dynamische Moderationsformen einsetzen, Spannungsbögen schaffen und das Publikum einbeziehen. So werden Redner oder Diskussionsteilnehmer und Zuhörer umfassend profitieren. Am zweiten Tag geht es um die Besonderheiten von Podiumsdiskussionen und Pressegesprächen.
An beiden Tagen üben Sie das Gelernte zunächst Schritt für Schritt, dann in immer größeren Einheiten. Am Ende des Seminars verfügen Sie über ein Repertoire von Stilelementen und konkreten Tipps. Dadurch wird Ihre Moderation einfacher, attraktiver, professioneller und vielleicht sogar: brillant.
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DIE ZEIT
Lauff: Manche brillant, die meisten aber nur mittelmäßig. Viele Unternehmen und Institutionen meinen, es komme vor allem auf die Referenten und Podiumsteilnehmer an - die müssten halt besonders gut sein, damit die Veranstaltung erfolgreich wird. Die Wahrheit ist: Es hängt zu 90 Prozent vom Moderator oder der Moderatorin ab, ob die Gäste den Saal nach der Veranstaltung glücklich oder gelangweilt verlassen. Die Moderation ist im wahrsten Sinne des Wortes veranstaltungsentscheidend.
news aktuell: Soll man dann besser Profi-Moderatoren von außen engagieren? Am besten solche, die auch im Fernsehen moderieren?
Lauff: Eher nicht. Oft gibt es in der eigenen Branche und im eigenen Unternehmen Menschen, die effektiv moderieren können, wenn man sie lässt und ihnen auch Gelegenheit gibt, das vorher zu lernen und ein wenig zu üben. Die TV-Promis in allen Ehren, aber sie sind ja das Frontend einer vielköpfigen Fernsehredaktion. Sie haben meist weder die Zeit noch die nötigen Detailkenntnisse, um sich in die Fragestellungen einer Veranstaltung hineinzudenken und vor allem auch einzufühlen.
news aktuell: Was macht den Moderatoren von Veranstaltungen und Podien denn am meisten Probleme?
Lauff: Das kleine Einmaleins. Wie moderiert man jemanden so an, dass er einen eindrucksvollen Applaus bekommt? Wie bringt man in einem Podium alle Gäste sofort ins Spiel? Wie kann man Diskussionen so strukturieren und führen, dass sie zu jeder Zeit spannend sind? Wie macht man ein optimales Timing? Wie reagiert man beim unerwarteten Diskussionsverlauf?
news aktuell: Gibt es die fünf Todsünden der Moderation?
Lauff: Mir fallen drei ein, aber schon das ist zu viel. Manche Moderatoren moderieren nicht wirklich, sondern werden eher als Ansager tätig - sie teilen Abläufe mit, stellen Redner vor, fragen, ob es Fragen gibt und sagen am Ende Dankeschön und gute Heimfahrt. Wir brauchen aber mehr Gestaltung, mehr Gefühl, mehr Herz. Zweite Sünde: Viele Moderatoren stellen sich arg in den Mittelpunkt und stehen frontal zum Publikum; sie sollen aber Scharnier und Vermittler sein und müssen das auch zum Ausdruck bringen. Und drittens: Die meisten haben gar keine Dramaturgie und schaffen keine Spannungsbögen. Aber man muss die berühmte Stecknadel fallen hören, sonst ist die Veranstaltung nicht wirklich gut.
news aktuell: Was muss eine gute Moderation leisten?
Lauff: Sie muss gewährleisten, dass die Zuhörer am Ende das Gefühl teilen, das mit der Veranstaltung bewirkt werden soll. Fast jede Veranstaltung will ja etwas auslösen, etwas bewirken, und das ist meist viel mehr als nur Unterhaltung oder reine Information. Und ob dieses Ziel eintritt, hängt fast immer vom Moderator ab. Er kann die Veranstaltung auf Durchschnittsformat reduzieren oder zum Highlight der Woche machen. Durchschnitt ist aber zu wenig.
news aktuell: Wie lange braucht man, um das zu lernen?
Lauff: Sagen wir zwei Tage. Und anschließend zwei, drei Praxiseinsätze.